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Samstag, 14. Juli 2012
Cordula, eine schaurige Wahrheit
juppstexte, 17:29h
Als Dorothea, auf dem Scheitelpunkt ihrer Schamhaarmeditation angekommen, von einem erschütternden Yin- und Yangorgasmus ungewöhnlich stark heimgesucht wurde, erlitt Cordula, mit der sie im zweiten Monat schwanger ging, ihren ersten, ihre heranwachsende Persönlichkeit prägenden Sprung in der Schüssel. Es ist wirklich sehr schlimm mit solchen frühkindlichen Erschütterungen, die penetrante Konflikte zur Folge haben. Auch wenn es schwerfällt, man muss das verstehen, die Ergebnisse der Evolution sind manchmal voller Rätsel. Wir begreifen ja auch nicht, warum manche ältere Männer wieder einen Cowboyhut auf ihr schütter gewordenes Haar stülpen, breite Gürtel mit Nieten zur Wampenstütze benutzen und Stiefelchen mit Ziernähten tragen.
Die erlittene seelische Deformation von Cordula war derart gravierend, dass ihre Mutter Dorothea schon unmittelbar nach der Geburt wahrnahm, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmte. Das Kind nuckelte beim Stillen wie besessen an ihrer linken Brust, während sie die Nahrung aus der rechten mit von Entsetzen gezeichneten Gesichtszügen nahezu vollständig verschmähte. Die durch dieses unmenschliche Verhalten entfachten Ängste der Mutter, ihre Tochter würde keine vollwertige Grüne werden, hatte für die naturentfremdete Cordula als Folgeprodukt eine Höllenqual zur Folge: sie durchlitt eine Tortur, die sonst nur älteren Menschen und Society-Girls zuteil wird: sie wurde bei Dr. von Gestrich, einem Obsessions- und Psychosenpsychiater, auf die Couch gelegt. Klar wurde der Spezialist für Plem-Plem-Sein auch fündig, er stellte die Diagnose, unter der sich auch ein Fachmann nichts und alles vorstellen kann (einschließlich der Plem-Plemität des Psychiaters), die jedoch Dr. von Gestrich für zwei Jahre ein gediegenes Einkommen sicherte: polymorph-multisensuelle Penissehnsucht mit einer Beimischung von abeunder Amygdalaverdrehung. Wahrscheinlich genetisch bedingt. Fragen Sie mich nicht, warum der Liebe Gott so etwas zulässt, seiner Schöpfungskraft ist auch das Kardinalskollegium zu verdanken. Dies festzustellen ist an mir nicht zu kritisieren, ich kann doch nichts dafür, dass es so ist.
Auf die frühen Baby- und Jugendjahre 2-15 von Cordula will ich nicht näher eingehen. In dieser Phase des Werdens von Cordula geschah nichts Wesentliches, das die Aufmerksamkeit der Leser verdienen würde; lediglich mehrere kleine Schläge kamen über die Leidgeplagte, doch nichts so Schwerwiegendes und ihr bisheriges und künftiges Schicksal Prägendes - sowohl ontologisch als auch phänomenologisch betrachtet - wie der pränatale Sprung in der Schüssel und die Couchlage beim Obsessions- und Psychosenpsychiater.
Der diarynthische Schaden an der Waffel verstärkte aber mit zunehmender Jugend so sehr, dass es kein Wunder war, dass Cordula in der Lebensphase, in der normale Mädchen von Träumen an Ponys zum Kreischen angesichts von Bühnenhopsern und psychotischem Emotionalgesülze von Leadgirls hinüberwechseln, neben dem seelenverschattenden Leiden an dem Blütenmeer der Akne – Cordula war halt kein süßes Mädchen zum Vorzeigen -, endlosen Folgen von Soaps in den einschlägigen Medien, vor allem mehrfach das Wunder von Marienerscheinungen, begleitet von dazugehörenden Botschaften der virgo intacta, am eigenen Leib erlebte. Das brachte der Menschheit zwar keine Bereicherung ihres Erkenntnisschatzes, noch war es Ursache für die rapide Zunahme der Fettleibigkeit von Cordula, bewirkte aber eine Hochkonjunktur für die Produktion von Gipsmadonnen und eine postmoderne Blütezeit des Marienerscheinungstourismus. Ich will und darf diese Dinge nicht kommentieren. Es steht dem kleinen Menschlein nicht zu, über das, was der Schöpfer zu seiner Verehrung erdacht und erschaffen hat, zu rechten.
Allerdings hatten die obskuren Geschehnisse für Cordula auch ihre gute Seite. Während normale Menschen, die Erscheinungen haben, auf Zeit hinter dicken Mauern, die man im Volksmund ‚Klapsmühle’ nennt, verwahrt werden, wurde sie hinter dicken Mauern der Obhut der Ehrwürdigen Schwestern vom von 7 Schwertern durchbohrten Herzen Mariae anvertraut. So ward sie im Kloster eine Gleiche unter Gleichen. Bitte entbinden Sie mich von der schier unlösbaren Aufgabe, den Unterschied zwischen einer Klapsmühle und einem Nonnenkloster aufzuzeigen.
Es geschah in der schwülen Hitze eines Augusttages, die ein Gewitter ankündigte. Das verhieß nicht Gutes. Und so kam es auch. Cordula sammelte gemäß ihrer betörenden Authentizität meditierend im Garten des Klosters einen Korb mit Kräutern, die nach den Glaubenssätzen der Bingener Helga, der Mutter aller Kräuterheilerinnen, so manches Frauenleiden heilen sollten. Da erblickte sie im Feuerschein einer leuchtenden Korona eine lichte Männergestalt, gewandet in eine goldlinnene Toga und blondgelockten Hauptes. In dem Überirdischen erkannte Cordula den Erzengel Raffael. Der Erzengel kam mit schwebenden Schritten, ohne den Boden zu berühren, auf sie zu, zückte sein Flammenschwert und …
Die Ehrwürdige Küchenschwester Hildaria, die einen Bund Petersilie und ein Büschel Schnittlauch zur Würze des abendlichen Quarks ernten wollte, fand die schon ziemlich erstarrte leibliche Hülle, die Seele Cordulas war schon in den ewigen Frieden ihres Schöpfers entschwunden.
Die erlittene seelische Deformation von Cordula war derart gravierend, dass ihre Mutter Dorothea schon unmittelbar nach der Geburt wahrnahm, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmte. Das Kind nuckelte beim Stillen wie besessen an ihrer linken Brust, während sie die Nahrung aus der rechten mit von Entsetzen gezeichneten Gesichtszügen nahezu vollständig verschmähte. Die durch dieses unmenschliche Verhalten entfachten Ängste der Mutter, ihre Tochter würde keine vollwertige Grüne werden, hatte für die naturentfremdete Cordula als Folgeprodukt eine Höllenqual zur Folge: sie durchlitt eine Tortur, die sonst nur älteren Menschen und Society-Girls zuteil wird: sie wurde bei Dr. von Gestrich, einem Obsessions- und Psychosenpsychiater, auf die Couch gelegt. Klar wurde der Spezialist für Plem-Plem-Sein auch fündig, er stellte die Diagnose, unter der sich auch ein Fachmann nichts und alles vorstellen kann (einschließlich der Plem-Plemität des Psychiaters), die jedoch Dr. von Gestrich für zwei Jahre ein gediegenes Einkommen sicherte: polymorph-multisensuelle Penissehnsucht mit einer Beimischung von abeunder Amygdalaverdrehung. Wahrscheinlich genetisch bedingt. Fragen Sie mich nicht, warum der Liebe Gott so etwas zulässt, seiner Schöpfungskraft ist auch das Kardinalskollegium zu verdanken. Dies festzustellen ist an mir nicht zu kritisieren, ich kann doch nichts dafür, dass es so ist.
Auf die frühen Baby- und Jugendjahre 2-15 von Cordula will ich nicht näher eingehen. In dieser Phase des Werdens von Cordula geschah nichts Wesentliches, das die Aufmerksamkeit der Leser verdienen würde; lediglich mehrere kleine Schläge kamen über die Leidgeplagte, doch nichts so Schwerwiegendes und ihr bisheriges und künftiges Schicksal Prägendes - sowohl ontologisch als auch phänomenologisch betrachtet - wie der pränatale Sprung in der Schüssel und die Couchlage beim Obsessions- und Psychosenpsychiater.
Der diarynthische Schaden an der Waffel verstärkte aber mit zunehmender Jugend so sehr, dass es kein Wunder war, dass Cordula in der Lebensphase, in der normale Mädchen von Träumen an Ponys zum Kreischen angesichts von Bühnenhopsern und psychotischem Emotionalgesülze von Leadgirls hinüberwechseln, neben dem seelenverschattenden Leiden an dem Blütenmeer der Akne – Cordula war halt kein süßes Mädchen zum Vorzeigen -, endlosen Folgen von Soaps in den einschlägigen Medien, vor allem mehrfach das Wunder von Marienerscheinungen, begleitet von dazugehörenden Botschaften der virgo intacta, am eigenen Leib erlebte. Das brachte der Menschheit zwar keine Bereicherung ihres Erkenntnisschatzes, noch war es Ursache für die rapide Zunahme der Fettleibigkeit von Cordula, bewirkte aber eine Hochkonjunktur für die Produktion von Gipsmadonnen und eine postmoderne Blütezeit des Marienerscheinungstourismus. Ich will und darf diese Dinge nicht kommentieren. Es steht dem kleinen Menschlein nicht zu, über das, was der Schöpfer zu seiner Verehrung erdacht und erschaffen hat, zu rechten.
Allerdings hatten die obskuren Geschehnisse für Cordula auch ihre gute Seite. Während normale Menschen, die Erscheinungen haben, auf Zeit hinter dicken Mauern, die man im Volksmund ‚Klapsmühle’ nennt, verwahrt werden, wurde sie hinter dicken Mauern der Obhut der Ehrwürdigen Schwestern vom von 7 Schwertern durchbohrten Herzen Mariae anvertraut. So ward sie im Kloster eine Gleiche unter Gleichen. Bitte entbinden Sie mich von der schier unlösbaren Aufgabe, den Unterschied zwischen einer Klapsmühle und einem Nonnenkloster aufzuzeigen.
Es geschah in der schwülen Hitze eines Augusttages, die ein Gewitter ankündigte. Das verhieß nicht Gutes. Und so kam es auch. Cordula sammelte gemäß ihrer betörenden Authentizität meditierend im Garten des Klosters einen Korb mit Kräutern, die nach den Glaubenssätzen der Bingener Helga, der Mutter aller Kräuterheilerinnen, so manches Frauenleiden heilen sollten. Da erblickte sie im Feuerschein einer leuchtenden Korona eine lichte Männergestalt, gewandet in eine goldlinnene Toga und blondgelockten Hauptes. In dem Überirdischen erkannte Cordula den Erzengel Raffael. Der Erzengel kam mit schwebenden Schritten, ohne den Boden zu berühren, auf sie zu, zückte sein Flammenschwert und …
Die Ehrwürdige Küchenschwester Hildaria, die einen Bund Petersilie und ein Büschel Schnittlauch zur Würze des abendlichen Quarks ernten wollte, fand die schon ziemlich erstarrte leibliche Hülle, die Seele Cordulas war schon in den ewigen Frieden ihres Schöpfers entschwunden.
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